Deutsche Bahn sorgt mit Ankündigung für mehr Verunsicherung in der Stadt – SPD Porta Westfalica setzt den Kampf gegen die unnötige ICE-Neubautrasse energisch fort

Sebastian Terfloth User:Sese_Ingolstadt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Am letzten Freitag wurde offiziell, was Kenner und Kritiker des Projektes schon seit den Probebohrungen in Nammen geahnt haben: die Planer der Deutschen Bahn konzentrieren sich bei den weiteren Planungen für die teure und unnötige ICE-Neubaustrecke auf die Varianten V3 und V4, die fast den gleichen Trassenverlauf im Portaner Stadtgebiet haben und die Stadt von Holtrup im Süden bis Nammen im Nordosten mit einer über viele Jahre andauernden Großbaustelle und einer anschließenden Beton-Schneise zerschneiden würde.

„Wir haben jetzt immerhin etwas mehr Gewissheit, was dieses irrsinnig teure Projekt angeht, das für Menschen und Natur alles ist – nur nicht nachhaltig“, so Karsten Donnecker, Vorsitzender der SPD Porta Westfalica. Die Baukosten für ca. 8 km Bahntunnel (auf Portaner Stadtgebiet), mehrere Talbrücken und Schienenkilometer werden, Stand jetzt, mit ungefähr 18 Milliarden Euro angesetzt, wobei allen Beteiligten klar sein dürfte, dass bis zum möglichen Baustart in frühestens 15 Jahren die Kosten weiter deutlich nach oben steigen werden und es noch nicht klar ist, aus welchem Topf dieses Projekt überhaupt finanziert werden soll.

Dabei sind die Kosten des Projektes nicht der einzige gewichtige Kritikpunkt: „Diese Trasse wird – auch mit einem Schwankungsbereich von 1.000 Metern – zu gewaltigen Einschnitten in Natur, Erholungsgebiete, Landwirtschaft und bestehende Infrastruktur führen. Ackerflächen werden versiegelt und gerade vor dem Hintergrund des immer prägender werdenden Klimawandels enorm wichtige Wasserschutzgebiete großen Risiken ausgesetzt, relevante Straßenverbindungen müssen umgelegt werden, über viele Jahrzehnte gewachsene innerstädtische und regionale Verbindungen werden unterbrochen. Und das alles dafür, dass man an den ICE-Bahnhöfen in Bielefeld und Hannover ein paar Minuten weniger auf den nächsten Zug warten muss?!“

Dabei ist die ICE-Neubaustrecke alles andere als „alternativlos“. Seit vielen Jahren weisen Bürgerinitiativen und Bundestagsabgeordnete demokratischer Parteien aus der ganzen Region auf die kostengünstigere Alternative hin: den Ausbau der Bestandsstrecke, zuletzt untermauert durch eine erfolgreiche Petition der Bürgerinitiative Widuland, und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband zusammen mit den Landfrauen in Ostwestfalen und dem BUND, die eine Neuberechnung des Deutschlandtaktes fordert, der die Grundlage für das Projekt darstellt.

Für die SPD Porta Westfalica steht ganz klar fest: „Der Kampf geht weiter – jetzt erst recht! Wir stehen hier auch an der Seite der Anwohner der im Raum stehenden Mega-Baustelle, deren Heimat durch dieses Wahnsinns-Projekt zerstört zu werden droht, die aber gleichzeitig durch die Baustelle einem Wertverlust für ihre Grundstücke befürchten müssen. Diese Neubaustrecke wird viele Verlierer haben – die Natur, Anwohnerinnen und Anwohner, die Wirtschaft und insbesondere die Landwirtschaft, die Steuerzahler … das alles kann nicht 5 Minuten Fahrzeit-Ersparnis für ICE- Reisende wert sein.“

Vor diesem Hintergrund unterstützt die SPD den Vorstoß der Bürgermeisterin Anke Grotjohann, die Planerinnen und Planer der Deutschen Bahn zu einer Sondersitzung des Rates nach Porta Westfalica einzuladen, damit sie sich dort den kritischen Fragen der betroffenen Menschen vor Ort stellen und diese auch beantworten müssen. Ein neuer Info-Markt am 20.01.2026, bei dem die DB nicht viel neues wird zeigen können, reicht hier bei weitem nicht aus. Aus den Pflichtveranstaltungen im Beteiligungsverfahren muss ein echter Dialog werden, der bei der Deutschen Bahn und dem Bundesverkehrsministerium als Auftraggeber zu einem Perspektivwechsel führt.