Mit dem Ausscheiden von Randulph Noack endet eine prägende Zeit bei den Stadtwerken Porta Westfalica. Die SPD-Fraktion bedankt sich für seinen langjährigen Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Die Stadtwerke sind heute weit mehr als ein klassischer Versorger. Sie sind ein wichtiger Partner für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger. Diese Entwicklung hat Randulph Noack über viele Jahre mitgestaltet und vorangetrieben“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk RahnenführerHerr Noack hat großen Anteil daran, dass unsere Stadtwerke noch eigenständig sind und nicht im damals prognostiziertem Stadtwerkesterben in Fusionen mit anderen Unternehmen aufgegangen sind, so der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz-Günter Vogt.

Besonders in Erinnerung bleibt vielen Portanerinnen und Portanern das PORTA-BAD mit seiner Saunalandschaft – ein Projekt, das ihm stets besonders am Herzen lag. Dass er bei personellen Engpässen auch selbst zum Aufguss griff, zeigt, dass er sich nie zu schade war, dort anzupacken, wo Hilfe gebraucht wurde. Diese Bodenständigkeit und Nähe zu den Mitarbeitenden und Kunden zeichneten ihn aus.

„Auch wenn wir in politischen Fragen nicht immer einer Meinung waren, war der Austausch stets respektvoll und sachorientiert. Dafür danken wir ihm ausdrücklich“, so Rahnenführer weiter.

Die SPD-Fraktion wünscht Randulph Noack für den neuen Lebensabschnitt Gesundheit, persönliche Zufriedenheit und viele entspannte Stunden. Vielleicht auch einmal selbst als Gast in ’seiner‘ Sauna.

Foto: Florian Pircher/Pixabay.com

Stellungnahme des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Rahnenführer zum MT-Kommentar von MT-Chefredakteurin Nina Könemann zur Stellplatzsatzung der Stadt Porta Westfalica:

Sehr geehrte Frau Könemann,

in Ihrem Kommentar vom 21.06.26 werfen Sie die Frage auf, ob eine Stellplatzsatzung wie die aus Porta im Jahr 2026 noch zeitgemäß ist?

Dazu behaupten Sie, dass es noch unklar ist, wo die Parkplätze entstehen sollen und dass entgegen jeglicher Klimavernunft in Porta weiter fleißig versiegelt und betoniert wird. Auch wenn es sich hierbei um einen persönlichen Kommentar der Chefredakteurin handelt, so sollten Sie in Ihrer Kommentierung doch bei der Faktenlage bleiben.

Als ehemaliger Vorsitzender des Barkhauser Bezirksausschusses begleite ich das Thema Kaiserhof seit Tag eins meiner Amtszeit vor über 21 Jahren sehr intensiv. Gerne möchte ich Ihnen anhand von Beispielen erläutern, dass unsere Stellplatzsatzung weder ausufernd, noch aus der Zeit gefallen ist.

Gerade in dichtbesiedelten Stadtteilen wie Barkhausen, Hausberge oder Holzhausen ist es unerlässlich, dass Investoren die Stellplätze grundsätzlich auf ihren Grundstücken errichten müssen. Passiert das nicht, dann haben wir Zustände wie in Barkhausen vor Inkrafttreten der Stellplatzsatzung, wie folgende Beispiele zeigen:

Hier gab es Investoren, die an der Feldstraße eine Hautarztpraxis neu gebaut haben und auf dem Grundstück, welches eigentlich für die Parkplätze groß genug gewesen wäre, zur Gewinnmaximierung lieber zwei 4-Familienhäuser gebaut haben. Das Ergebnis war eine ständig zugeparkte Feldstraße und berechtigte Anwohnerbeschwerden. Zur Problemlösung hat der Hautarzt später auf der gegenüberliegenden Seite ein Grundstück kaufen müssen, um seine Patienten dort parken zu lassen.

Ein weiteres Beispiel ist ein 6-Familienhaus an der Alten Poststraße mit exakt 6 Parkplätzen auf dem eigenen Grundstück nach der damaligen Landesbauordnung. Natürlich hatten nicht alle sechs Mietparteien nur ein Auto, auch heute nicht! Also wurde die Alte Poststraße von den Autos der Mieter zugeparkt, die auf dem eigenen Grund keinen Platz mehr fanden. Dieses gipfelte erneut in Anwohnerbeschwerden, so dass wir hier Sperrflächen auf die Alte Poststraße markieren mussten. Selbstverständlich aus Steuermitteln.

Beim Ärztehaus am Flurweg wurden die Parkplätze in Anlehnung an die damalige Musterstellplatzsatzung NRW von der Bauordnung ausgehandelt. Im Ergebnis sehen wir, dass auch hier viel zu wenig Stellplätze vorhanden sind, weil die Patienten auf den Porta Markt oder das JWK in den Morgenstunden ausweichen müssen, obwohl der ÖPNV direkt vor der Tür hält.

Das neue Seniorenheim gegenüber dem Kaiserhof hat nach jetziger Stellplatzsatzung gerade ausreichende Parkflächen auf dem eigenen Grundstück. Dennoch habe ich als damaliger BZA-Vorsitzender zu runden Geburtstagsbesuchen, sowie andere Besucher ebenfalls, oft an der Alten Poststraße parken müssen, weil sämtliche Parkplätze belegt waren.

Bezogen auf den Kaiserhof oder andere Projekte dieser Größenordnung bedeutet das, dass die Politik hier genau hinschauen sollte, ob nicht zu wenig Parkfläche oder zu viel Gebäudeinfrastruktur auf einem Grundstück entsteht.

Mitnichten ist es aber so, dass Politik den Investoren nicht entgegenkommt. Ganz im Gegenteil! Wir haben dem ehemaligen Investor hier schon 24 Parkplätze auf städtischem Grund zugestanden und nun sichern wir Herrn Johanning darüber hinaus noch weitere 15 Parkplätze auf städtischem Grund zu. Insgesamt also 39 städtische Parkplätze für dieses Invest von denen wir selbstverständlich auch wissen wo die sich „unterhalb des Berges“ befinden.

Es gibt im Übrigen keine städtische Vorschrift, die aussagt, dass Parkflächen versiegelt oder zubetoniert werden müssen. Selbstverständlich kann der Investor auch Rasengittersteine oder wasserdurchlässige Parkflächen anlegen. Ebenso spricht die Verwaltung nicht von Single-Wohnungen, sondern von 71 „normalen“ Wohneinheiten in der Vorlage 150/2026.

Es ist für Porta als Flächenkommune einfach festzustellen, dass bei einer gewissen Wohnungsgröße und einer entsprechenden Ausstattungskategorie mindestens zwei Autos pro Wohnung vorhanden sind, weil wir hier zum Glück nicht in Hamburg, München oder Berlin leben. Alle anderen Wünsche und Hoffnungen gehen leider an der Realität in Porta vorbei.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass Investoren immer geneigt sind, die maximale Wohn- oder Gewerbefläche aus ihren Grundstücken herauszuholen. Das ist auch aus deren Sicht nachvollziehbar. Die Politik hat aber das Augenmerk auf alle Bürgerinnen und Bürger einer Stadt zu richten, und dafür Sorge zu tragen, dass Gewinnmaximierung nicht zu Lasten der Anwohner oder Nachbarn geht. Als vereinfachte Formel könnte ein Investor auch nur so viel Wohnraum auf seinem Grundstück schaffen, wie er Park- und Grünflächen vorhalten kann. Daher sind wir weiterhin der Meinung, dass unsere Stellplatzsatzung weder aus der Zeit gefallen ist noch das wir uns damit ein Bein gestellt haben oder stellen werden.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Porta Westfalica hat die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache in Hausberge besucht. Gemeinsam mit der Wehrführung nutzten die Fraktionsmitglieder die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Feuerwehr und den aktuellen Herausforderungen im Alltag der Einsatzkräfte zu machen.

Im Rahmen einer ausführlichen Führung durch das Dienstgebäude wurden der Fraktion die verschiedenen Bereiche vorgestellt. Dabei erhielten die Fraktionsmitglieder Einblicke in die Abläufe des Einsatzdienstes, die vorhandene Ausstattung sowie in die organisatorischen und räumlichen Strukturen der Wache.

Im persönlichen Austausch mit der Wehrführung wurde deutlich, welche Anforderungen und Herausforderungen Feuerwehr und Rettungsdienst aktuell bewältigen müssen. Für die Fraktionsmitglieder war der Termin eine wichtige Möglichkeit, sich direkt vor Ort zu informieren.

Hintergrund des Besuchs ist eine Machbarkeitsstudie der Feuerwehr zum Neubau einer Feuer- und Rettungswache, deren Kosten derzeit auf etwa 35 bis 50 Millionen Euro geschätzt werden.

„Solche Besuche sind für unsere politische Arbeit sehr wertvoll. Viele Themen lassen sich deutlich besser nachvollziehen, wenn man sie vor Ort sieht und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommt“, so das Fazit des Fraktionsvorsitzenden Dirk Rahnenführer.

Für die anwesenden Fraktionsmitglieder wurde jedoch auch deutlich, dass ein Neubau in dieser Größenordnung angesichts der aktuellen Finanzlage der Stadt derzeit nur schwer darstellbar wäre. Gleichzeitig besteht Einigkeit darüber, dass insbesondere beim Arbeitsschutz sowie bei der Ausgestaltung der Arbeitsplätze für das Wachpersonal Verbesserungen notwendig sind.

Die SPD-Fraktion bedankte sich bei der Wehrführung sowie den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und des Rettungsdienstes für den offenen Austausch und ihren täglichen Einsatz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Porta Westfalica.

Wie wichtig dieser Einsatz ist, zeigte sich unmittelbar nach dem Besuch: Punktgenau mit dem Ende der Führung wurde die Feuerwehr zu einem Brandeinsatz alarmiert.

Siegfried „Ringo“ Linder, Dirk Rahnenführer und Reinhard Geffert

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat die SPD-Fraktion Porta Westfalica mehrere langjährige Mitglieder aus ihrer aktiven Fraktionsarbeit verabschiedet. Der Abend stand ganz im Zeichen des Dankes, der Anerkennung und des gemeinsamen Rückblicks auf viele Jahre engagierter kommunalpolitischer Arbeit für unsere Stadt.

In seiner Laudatio würdigte unser Fraktionsvorsitzender Dirk Rahnenführer insbesondere das herausragende Engagement von Siegfried „Ringo“ Linder und Reinhard Geffert, die persönlich anwesend waren. Beide haben über viele Jahre hinweg die Arbeit der Fraktion mit großem Einsatz, Verlässlichkeit und klarer Haltung geprägt. Ihr Wirken für Porta Westfalica und die konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion verdienen höchste Anerkennung.

Ebenso verabschiedet wurden Kerstin Wehling, Gunnar Kullik, Killian Schmeding und Dagmar Feldkötter, die an diesem Abend leider nicht persönlich teilnehmen konnten. Auch ihnen gilt unser herzlicher Dank für ihre Ideen, ihre Zeit und ihr kontinuierliches Engagement in der Kommunalpolitik. Sie alle haben Verantwortung übernommen und aktiv an der positiven Entwicklung unserer Stadt mitgewirkt.

Als Zeichen der Wertschätzung überreichte die Fraktion das Buch „Außer Dienst“ von Helmut Schmidt. Die politischen Erinnerungen des Altbundeskanzlers stehen sinnbildlich für Haltung, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen – Werte, die auch unsere verabschiedeten Mitglieder in ihrer Arbeit gelebt haben.

In geselliger Runde bei Pizza und Getränken klönten alte und neue Fraktionsmitglieder anschließend noch gemeinsam, tauschten Erinnerungen aus und blickten zugleich nach vorne. Der Abend machte deutlich: Politisches Engagement endet nicht mit dem Ausscheiden aus der Fraktion – die Verbundenheit bleibt.

Als SPD Porta Westfalica stehen wir zu einer verantwortungsbewussten, transparenten und demokratischen Kommunalpolitik. Deshalb haben wir – gemeinsam mit der CDU – bewusst entschieden, die Vorsitzenden im Bau- sowie im Planungs-, Umwelt- und Klimaschutzausschuss zu übernehmen.

Warum?
Weil dort in den nächsten Jahren die entscheidenden Weichen für die Zukunft unserer Stadt gestellt werden.

Warum wir diese Ausschüsse gewählt haben:
Die großen Schulbauprojekte, die früher teilweise im Bildungsausschuss lagen, gehören jetzt vollständig in den Bauausschuss. Genau dort wird künftig über hohe zweistellige Millioneninvestitionen entschieden

· Sanierung und Neubau unserer Grundschulen

· Infrastruktur wie Straßen, Porta-Bad, Weserbrücke

· Modernisierung von Feuerwachen und Sporthallen

Für uns als SPD war klar: Wer Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss dort präsent sein, wo die entscheidenden Zukunftsfragen behandelt werden.

Der Planungsausschuss wurde zusätzlich um Stadtentwicklung und Klimaschutz erweitert – inklusive des Budgets für erneuerbare Energien. Deshalb war es uns besonders wichtig, diesen zentralen Ausschussvorsitz zu übernehmen, um die nachhaltige Entwicklung Porta Westfalicas aktiv zu gestalten.

Zum Losverfahren: Demokratie funktioniert – auch wenn’s schwerfällt

Dass die AfD aufgrund ihres Wahlergebnisses formal das Recht auf den dritten Zugriff bei Ausschussvorsitzenden hatte, ist keine politische Entscheidung, sondern eine zwingende Folge demokratischer Regeln. Wenn mehrere Fraktionen denselben Anspruch haben, schreibt die Gemeindeordnung NRW ein Losverfahren vor.

Eines ist dabei unmissverständlich:
Ein Ausschussvorsitz bedeutet keine politische Zusammenarbeit.
Alle Vorsitzenden – egal welcher Fraktion – sind rechtlich zur unparteiischen Sitzungsleitung verpflichtet.

Die Brandmauer steht. Und sie bleibt stehen.
wir als SPD Porta Westfalica haben zu keinem Zeitpunkt mit der AfD zusammengearbeitet – und wir werden es auch künftig nicht tun.
Genauso wenig gibt es Kooperationen mit anderen Parteien, zu denen klare Unvereinbarkeitsbeschlüsse bestehen.

Wie wir mit der AfD umgehen
Wir akzeptieren demokratische Verfahren – auch wenn sie zu unbequemen Ergebnissen führen.
Aber für uns ist genauso klar:
Es wird keine gemeinsamen Initiativen, keine Absprachen und keine Kooperationen mit der AfD geben.

Wir konzentrieren uns weiter darauf, konstruktiv, verlässlich und im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger für Porta Westfalica zu arbeiten. Unsere demokratischen Werte sind für uns nicht verhandelbar.

Nach der Kommunalwahl am 14. September hat sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Porta Westfalica mit insgesamt 10 Ratsmitgliedern konstituiert. In der ersten Sitzung wurde Dirk Rahnenführer einstimmig zum Vorsitzenden der Fraktion gewählt. Unterstützt wird er von den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Wehking und Fritz-Günter Vogt.

Zum Geschäftsführer der Fraktion wurde Jan Frohwitter bestimmt. Anne Kuhlmann übernimmt die Protokollführung, während Reinhard Fromme als Kassierer gewählt wurde.

Die SPD-Fraktion blickt geschlossen und motiviert auf die kommende Wahlperiode und will sich mit ihren zehn Mitgliedern weiterhin für eine soziale, nachhaltige und zukunftsorientierte Politik in Porta Westfalica einsetzen.

Am 14. September haben die Bürger*innen von Porta Westfalica bei der Kommunalwahl NRW einen neuen Stadtrat gewählt.

Die SPD-Fraktion setzt sich für die kommende Wahlperiode wie folgt zusammen:

  • Ratsmitglied
  • Jörg Horstmeier
  • Volker Brockmeier
  • Carsten Bulmahn
  • Jörg Achilles
  • Thomas Wehking
  • Rainer Besser
  • Friedrich Martin Schmeding
  • Thomas Edler
  • Fritz-Günter Vogt
  • Dirk Rahnenführer
  • Wahlbezirk
  • Barkhausen-Nord (WB 2)
  • Neu-Lerbeck (WB 4)
  • Neesen-Lerbeck (WB 5)
  • Nammen (WB 6)
  • Wülpke / Kleinenbremen-West (WB 7)
  • Kleinenbremen (WB 8)
  • Eisbergen-West (WB 10)
  • Möllbergen/Vennebecker B. (WB 12)
  • Holtrup / Vennebeck / Costedt (WB 13)
  • Barkhausen-Süd (WB 1)

Foto: Alexas_Fotos/pixabay.com

Am vergangenen Montag (05.05.2025) hat der Portaner Stadtrat abschließend den Haushalt der Stadt beraten und beschlossen. Erstmalig in der Geschichte der Stadt stand ein Doppelhaushalt für 2025 und 2026 zur Verabschiedung.

In seiner Haushaltsrede machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Rahnenführer deutlich, dass die SPD-Fraktion den Beschluss eines Doppelhaushaltes in der aktuellen Lage nicht für zustimmungsfähig hält und diesen ablehnt:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren des Rates,
verehrte Gäste,

erstmals in der Geschichte unserer Stadt verabschieden wir einen Haushalt für zwei Jahre. Einen sogenannten Doppelhaushalt mit einem historischen Defizit für das Jahr 2025 von ca. 15,7 Mio. € und mit einem Verlust für das Jahr 2026 von ca. 6,3 Mio. €.

Die SPD-Fraktion hat schon früh erklärt, dass wir einen Doppelhaushalt in diesen volatilen Zeiten und bei diesen geplanten Defiziten für nicht zustimmungsfähig halten. Wir sehen es als undemokratisch an, einem neuen Rat, der sich im November dieses Jahres konstituieren wird, die Hoheit über den Haushalt zu nehmen, und hier Fakten zu schaffen, die ein neu gewählter Rat nur schwer wieder verändern kann.

Darüber hinaus sehen wir wenig echten Willen zu Einsparungen bei diesem Rat. Anstatt dem Antrag von SPD und FDP zum globalen Minderaufwand zuzustimmen, und der Verwaltung ein klares Sparsignal zu senden, nämlich 2% bei den ordentlichen Aufwendungen einzusparen (max. 2,5 Mio. €), wird hier das hohe Klagelied auf die chronisch unterfinanzierten Kommunen gesungen, und die Schuld lieber auf der Ebene von EU/ Bund/ Land oder Kreis gesucht, sowie die Haushalts-Rettung per strategischer Haushaltsführung beantragt.

Wir meinen, dies ist zu kurz gesprungen! Aus der Erfahrung des Stärkungspaktes Stadtfinanzen, in dem die Verwaltung, SPD und Grüne nicht nur seit dem Jahr 2012 über 120 Mio. € Schulden abgebaut haben, sondern wir auch zum Ende letzten Jahres noch eine Ausgleichs-Rücklage von ca. 47 Mio. € vorweisen konnten, können wir dem Rat nur dringend empfehlen, hier endlich die eigenen Hausaufgaben zu erledigen.

Wir sollten nicht das Eine tun und das Andere lassen, sondern vielmehr versuchen, erst einmal vor der eigenen Tür zu kehren. Zugegeben, das ist ein schwieriger Weg, aber es sind die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen. Es wird nicht den großen Wurf geben.

Es gibt aus unserer Sicht keine Alternative zum wiederholt harten Sparkurs. Alles andere wird in einer drastischen Steuererhöhung enden, sobald das angesparte Guthaben aufgezehrt sein wird. Wir vermissen konstruktive und kurzfristige Sparvorschläge der anderen Ratsfraktionen.

Ein Dankeschön geht an dieser Stelle an die Verwaltung, die nun endlich eine Liste zur Beratung in der Klausurtagung des HFA vorgelegt hat.

Leider sind weitere kleine Schritte noch nicht umgesetzt, wie zum Beispiel die erneute Zählung der Hunde in unserer Stadt, um hier mehr Steuergerechtigkeit zu erlangen. Auch dieses mahnen wir schon seit längerer Zeit an.

Sorge bereitet uns auch die allgemeine Kreisumlage, deren geplante Erhöhung um 5 Prozent-Punkte in der Mittelfristplanung noch gar nicht eingerechnet wurde. Im Jar 2023 wurde die Umlage noch mit 21,3 Mio. € geplant. Für das Jahr 2026 planen wir 27,6 Mio. € ein. Darin sind die Kosten für die Neubauten und die Defizite der MKK noch nicht enthalten. Das muss uns allen Sorge bereiten.

Völliges Unverständnis bereitet uns einmal wieder die Investitionsplanung für die nächsten zwei Jahre. Schon 2024 haben wir wegen der Planlosigkeit bei den Investitionen den Haushalt abgelehnt. Hier erkennen wir an, dass der neue Fachbereichsleiter erst Fahrt aufnehmen muss und die ersten 100 Tage hinter sich bringen sollte. Dennoch verstehen wir nicht, wie man für das Jahr 2026 Rekordinvestitionen von 34,1 Mio. € einplanen kann, wohlwissend, dass man in den letzten Jahren nur 6 – 9 Mio. € pro Jahr verbaut hat. Wie soll das gehen?

Ebenfalls erkennen wir die Bemühungen der Bürgermeisterin und des 1. Beigeordneten an, die ausufernden Personalkostensteigerungen ihrer Vorgängerin zu stoppen und auf das Nötigste zu reduzieren. Hier würden wir uns zukünftig wünschen, dass die Bedarfe aus den Fachbereichen zuerst verwaltungsseitig genau analysiert werden, bevor sie in Beschlussvorlagen für den HFA niedergeschrieben werden.

Trotz hoher Gewerbesteuereinnahmen von rund 30 Mio. € soll die Kreditaufnahme planmäßig um ca. 5 Mio. € in den nächsten beiden Jahren, ansteigen. Die angesparte Rücklage soll von ca. 47 Mio. € auf 25,2 Mio. € im Jahr 2026 fallen. Wie Sie an diesen Zahlen erkennen können, leben wir von unserer Substanz und das wird so nicht lange gut gehen!

Es gibt für uns leider mehr Gründe für die Ablehnung als für die Zustimmung zum Doppelhaushalt. Die wichtigsten Punkte dazu habe ich Ihnen gerade aufgezeigt.

Die SPD-Fraktion lehnt die Haushalte für das Jahr 2025 und für das Jahr 2026 somit ab.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

Vielen Dank!

„Gut Ding will Weile haben“. Dieses Sprichwort gilt offensichtlich auch für das Projekt „Kaiserhof“. Seit selbiger vor mehr als 10 Jahren teilweise abbrannte sind viele Sitzungen und Präsentationen ins Land gegangen – bisher ergebnislos. Als Begründung nannte Architekt J. Albersmeier in der letzten Sitzung des Bezirksausschusses Barkhausen, „dass wirtschaftliche Zwänge zu beachten sind“.

Er stellte dort auf Antrag der SPD-Fraktion die neuste Planungs-Fassung vor und erläuterte, dass aus dem Bestandsgebäude ein Pflegehotel (ambulante Reha), eine Praxis sowie ein Restaurant wird und in der Waldrand nahen Riegelbebauung „Wohnen in Kombination mit Pflege“ angeboten werden wird. Dabei ist im Durchführungsvertrag geregelt, dass dabei das „Kaiserhof-Gebäude“ vorab fertiggestellt sein muss. Herr Albersmeier berichtete zudem, dass die Erstellung des Bauantrages aktuell in Arbeit ist und eine neue regelkonforme Stellplatzberechnung ebenso geregelt ist wie auch die Unterbringung eines städtischen Informationspunktes.

Auf der Basis der Bezirksausschusssitzung fand dann Anfang Februar wieder einmal eine finale Beschlussfassung im Ausschuss für Planung und Umwelt statt. Hier wurde aus der SPD-Fraktion positiv zur Kenntnis genommen, dass die Aufnahme der KZ-Vergangenheit im Durchführungsvertrag nunmehr klar geregelt ist. So wird beim 1. Teil der Bauarbeiten ein archäologisches Team anwesend sein. Und es wird eine enge Abstimmung mit dem Portaner KZ-Gedenkverein und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe erfolgen über eine im Bauvorhaben integrierte Information zur Historie. 

Bekanntlich war auf dem Areal Kaiserhof 1944/45 ein Außenlager des KZ Neuengamme untergebracht, in dem bis zu 1500 KZ-Häftlinge aus 17 Nationen auf engstem Raum unter katastrophalen Bedingungen interniert waren. Vor der endgültigen Beschlussfassung fand dann noch ein reger Austausch unter den Ausschussmitgliedern statt, bei dem auch konstatiert wurde, dass durch die aktuelle Pflegehotel-Planung zwar kein Tourismus gefördert wird, aber der Kaiserhof dann wieder „positiv“ erlebt werden wird. Und so stimmte der Ausschuss einstimmig mal wieder einem geplanten Bauvorhaben „Kaiserhof“ zu in der Hoffnung auf einen baldigen Baubeginn.

Verärgerung und Unverständnis bei CDU, SPD, Grünen und FDP

Die Fraktionsvorsitzenden Kurt Baberske (CDU), Dirk Rahnenführer (SPD), Marc Weber (Bündnis 90/Die Grünen), Cornelia Müller-Dieker (FDP), sind sich einig, dass an vielen Stellen der Rotstift angesetzt werden muss. Dafür haben alle Fraktionen in Kürze ihre Haushaltsklausuren. Die Verwaltung hat hierfür eine Liste der freiwilligen Leistungen erstellt und es den Fraktionen zukommen lassen. Außerdem hat die Bürgermeisterin, Anke Grotjohann, den Fraktionsvorsitzenden, auch Herrn Lehmann von der WP, eine erste Liste der Stellenbedarfe erläutert. Klar war hier allen, dass diese nur ein Diskussionspapier ist und als Maximalanforderung der Sachgebiete zu verstehen ist.

Es geht nun darum, dass Politik gemeinsam mit der Verwaltung tragbare Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Haushaltssituation erarbeitet.

Bei dem hohen Defizit von über 14 Millionen Euro ist uns klar, dass es keine Tabus geben darf. Diese Aussage der Bürgermeisterin ist völlig richtig und man sollte sie nicht wie die WP als Allgemeinfloskel einfach abtun. Es wird in den Haushaltsplanberatungen über viele große Infrastrukturmaßnahmen zu reden sein. Stellvertretend seien hier nur die Baumaßnahmen an den Grundschulen, die Sanierung des Porta Bades und der der Eisberger Brücke genannt. Nicht zu vergessen das Projekt „Hauptwache der Feuerwehr“.

Die vier Fraktionen sind hier im Austausch und auf der Suche nach Einsparpotentialen.

Die Wählergemeinschaft erhebt den Vorwurf der „Strategieblindheit“. Dabei ist die WP immer die Fraktion, die bereit ist, höhere finanzielle Forderungen ohne Finanzkompensationen zu stellen. Stellvertretend sei hier der Neubau der Grundschule Lerbeck genannt und die damit verbundenen großen, zeitlichen Verzögerungen.

Der Fraktionsvorsitzende Dietmar Lehmann fordert lediglich zur Lösung eine interfraktionelle Arbeitsgruppe und von der Verwaltung konkrete Sparmaßnahmen. Er fragt in der Überschrift der Pressemitteilung „Woran sparen?“. Scheinbar hat die WP keine eigenen Sparvorschläge.