Am vergangenen Wochenende hatte ich die Ehre, den KSC Porta e.V. zu seinem 75-jährigen Bestehen zu besuchen und an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Der Verein, der tief in der Geschichte Portas verwurzelt ist, hat sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer bedeutenden Institution entwickelt, die weit über den Bereich des Sports hinauswirkt.

Bereits beim Betreten des Vereinsgeländes wurde die starke Gemeinschaftsbindung des KSC Porta e.V. spürbar. Mitglieder aller Altersgruppen und aus verschiedenen Abteilungen des Vereins waren versammelt, um diesen besonderen Anlass zu feiern. Die Freude und der Stolz auf das Erreichte waren allgegenwärtig.

Der KSC Porta e.V. ist bekannt für sein breites Angebot an Sportarten rund um das Element Wasser. Schwimmen, Wasserball und Kanusport gehören zu den Kernaktivitäten des Vereins, der es immer wieder versteht, sowohl Breitensportler als auch ambitionierte Leistungssportler zu begeistern. Insbesondere im Bereich des Schwimmsports hat sich der KSC Porta e.V. als eine der wichtigsten Anlaufstellen etabliert. Dies wurde auch während meines Besuchs eindrucksvoll deutlich.

Ein besonderer Schwerpunkt des Vereins liegt auf der Schwimmausbildung. Hier leistet der KSC Porta e.V. einen unschätzbaren Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit der Menschen in Porta. Jährlich werden unzählige Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, im sicheren Schwimmen ausgebildet. In einer Zeit, in der Schwimmfähigkeiten zunehmend verloren gehen, ist die Arbeit des Vereins umso wertvoller. Der KSC Porta e.V. ist eine tragende Säule der Schwimmausbildung in Porta.

Während der Feierlichkeiten hatte ich die Gelegenheit, mit langjährigen Mitgliedern und Ehrenamtlichen zu sprechen, die über ihre Erfahrungen und die Entwicklung des Vereins berichteten. Es wurde deutlich, dass der Erfolg des KSC Porta e.V. auf dem Engagement und der Leidenschaft seiner Mitglieder basiert. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten dabei und haben den Verein durch verschiedene Herausforderungen geführt. Ihre Geschichten waren inspirierend und zeugten von einer tiefen Verbundenheit zum Verein und zu den Idealen des Sports.

Besonders beeindruckend war die Vorstellung der Nachwuchsarbeit des Vereins. Die Jugendabteilung des KSC Porta e.V. sorgt nicht nur dafür, dass sportliche Talente gefördert werden, sondern vermittelt auch Werte wie Fairness, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Die jungen Mitglieder werden nicht nur zu besseren Sportlern, sondern auch zu engagierten und selbstbewussten Persönlichkeiten herangezogen.

Der Höhepunkt meines Besuchs war die offizielle Zeremonie, bei der Vertreter aus Politik und Sport ihre Hochachtung ausdrückten und der Vereinsvorstand einen Rückblick auf die vergangenen 75 Jahre gab. Es war ein emotionaler Moment, der zeigte, wie viel Herzblut in den Aufbau und die Entwicklung des KSC Porta e.V. geflossen ist.

Abschließend möchte ich dem KSC Porta e.V. herzlich zu seinem 75-jährigen Bestehen gratulieren. Der Verein hat in den vergangenen Jahrzehnten Großes geleistet und ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen und sportlichen Lebens in Porta. Ich wünsche dem KSC Porta e.V. für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und freue mich auf die nächsten 75 Jahre, in denen der Verein sicherlich noch viele weitere Meilensteine erreichen wird.

Mit sportlichen Grüßen

Jan Frohwitter

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Stellungnahme des SPD-Stadtverbandes Porta Westfalica zu den vorgestellten Trassenvarianten der Deutschen Bahn für eine Neubaustrecke Hannover-Bielefeld

Vor einigen Tagen hat die Deutsche Bahn, für alle Interessierten sehr überraschend, zwölf Varianten für eine Neubaustrecke zwischen Hannover und Bielefeld vorgestellt. Diese Trasse soll ein Kernstück für einen integrierten Taktfahrplan, den sogenannten Deutschlandtakt, bilden, der nunmehr für das Jahr 2070 avisiert ist. Zehn der zwölf Varianten betreffen das Stadtgebiet von Porta Westfalica, alle Varianten auch Nachbarkommunen. Das Neubauvorhaben ist seit seiner Ankündigung erheblicher Kritik aus Politik, Gesellschaft und Fachwissenschaft ausgesetzt. Der SPD-Stadtverband Porta Westfalica schließt sich dieser Kritik an.

In einigen Varianten müsste am Weserdurchbruch ein hohes Brückenbauwerk entstehen, das die optische Einzigartigkeit der Porta Westfalica massiv beeinträchtigen würde. Weiterhin ist das Stadtgebiet bereits durch mehrere große Verkehrswege durchschnitten, namentlich durch die A2, die B61, die B65, die B482 sowie durch die Bahnstrecke Hamm – Minden und die Bahnstrecke Löhne – Hildesheim. Eine weitere große Trasse und die vorherigen Bauarbeiten würden die Menschen und die Natur vor Ort in nicht hinnehmbarer Weise beeinträchtigen. Acht der Varianten durchschneiden dabei ein Wasserreservoir, das Trinkwasser für 150.000 Menschen liefert. Wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen würden in jeder Variante unwiederbringlich vernichtet.  Hinzu kommt, dass die von der Bahn vorgestellten Varianten mit den durch Geologie und Bergbau in der Region vorgegebenen Schwierigkeiten konfrontiert wären, was weitere Nachteile für unsere Stadt befürchten lässt.

Die SPD Porta Westfalica steht weiterhin mit den Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung sowie mit Fachleuten und Bürgerinitiativen in engem Kontakt, um diese Konsequenzen für unsere Stadt abzuwenden.

Karsten Donnecker übernimmt das Amt des Vorsitzenden von Killian Schmeding – fachliche Kompetenz bei Großprojekten und Verzicht auf deutliche Grundsteuer-Erhöhung gefordert

Da der bisherige Stadtverbandsvorsitzende Killian Schmeding sein Amt aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr weiterführen kann, wird die turnusmäßige Stadtverbandskonferenz am 13.06.2024 im Schützenhaus Eisbergen zu einem gewissen Teil zu einer erneuten Neuaufstellung – doch die erschreckend hohe Zustimmung für die extrem rechte AfD bei der letzten Europawahl und die Diskussion um eine angemessene Reaktion der demokratisch orientierten Parteien darauf wird zum großen Thema der Konferenz.

Alle Rednerinnen und Redner der Versammlung beschrieben das Ergebnis der Europawahl – insbesondere in Porta Westfalica – als erschreckend, aber auch als eine Protestreaktion auf die Arbeit der Bundesregierung, auf die noch die passende Antwort aus Berlin geliefert werden müsse. Gleichwohl zeigte sich die Vorsitzende der Jusos Porta Westfalica, Viola von Lochow, in ihrem Grußwort optimistisch, dass die Demokratie in Minden-Lübbecke und Porta Westfalica stark sei. Dies haben die gut besuchten Kundgebungen in Minden und Porta Westfalica eindrucksvoll als Antwort auf die bekannt gewordenen Pläne von bekannten Rechtsextremisten und AfD-Politikern zur Ausweisung von Ausländern und Deutschen mit Zuwanderungsgeschichte gezeigt, so die Co-Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke. Allerdings müssten auch diejenigen, die sich aufgrund der Entwicklungen der letzten Monate in demokratischen Parteien engagieren wollen, auch von der SPD angesprochen und aktiviert werden.
Micha Heitkamp, seit wenigen Monaten Vorsitzender der SPD Minden-Lübbecke, wies darauf hin, dass die zuletzt öffentlich gewordenen Skandale in der AfD – der Spitzenkandidat zur Europawahl hat u. a. einen chinesischen Spion beschäftigt und der Kandidat auf Platz 2 der AfD-Europawahlliste hat Geld aus russischen Quellen angenommen – keinerlei Auswirkungen auf das Wahlergebnis gehabt haben. Bei jeder anderen Partei hätte es sofort gewaltige Stimmverluste angesichts dieses absolut unangemessenen Verhaltens gegeben. Er betonte aber auch, dass Unzufriedenheit mit den demokratischen Parteien nicht die Wahl von Rechtsextremen rechtfertigt. Trotzdem haben die Bürgerinnen und Bürger gemerkt, dass gewisse Dinge wie eine funktionierende Infrastruktur, bezahlbare Wohnungen und eine sichere Energieversorgung nicht mehr in dem Ausmaß gegeben sind, wie man es sich wünscht und es auch eigentlich benötigt wird. Hier sehen Micha Heitkamp sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dirk Rahnenführer, den Bundesfinanzminister in der Pflicht, über seinen Schatten zu springen und die – auch vom BDI und von arbeitgebernahen Wirtschaftsexperten geforderten – öffentlichen Investitionen endlich zu ermöglichen.

In seinem Grußwort analysiert Dirk Rahnenführer die Europawahl etwas anders als seine Vorredner. Ja, wir müssen auch gegen rechts kämpfen, aber unser Hauptaugenmerk muss auf die Probleme gerichtet werden, warum die Menschen rechts wählen. Als Gründe nannte er eine falsche Migrationspolitik, Innere Sicherheit und bezahlbaren Wohnraum schaffen.
So hat sich die SPD-Fraktion in Porta Westfalica dafür stark gemacht, nach der anstehenden Pensionierung des technischen Beigeordneten Mohme diese Stelle auch als technischen Beigeordneten neu zu besetzen und sie nicht durch die Stelle eines 1. Beigeordneten auszutauschen, konnte sich aber damit leider nicht im Rat durchsetzen. In den nächsten Jahren stehen viele große Bauprojekte in Porta Westfalica an – z. B. die vom Bund geförderte große Sanierung des Schwimmbades, die Erneuerung der Brücke in Eisbergen oder der Umbau/Neubau der Feuerwache in Hausberge, den Neubau der Grundschule Neesen / Lerbeck. Für all diese Großprojekte, ca. 60-80 Mio €, braucht es fachliche technische Expertise und Erfahrungen im öffentlichen Projektgeschäft, wofür ein technischer Beigeordneter eine gute Unterstützung gewesen wäre.

In seinem Bericht als scheidender Vorsitzender der SPD Porta Westfalica ließ Killian Schmeding noch einmal die turbulenten 2,5 Jahre Revue passieren, in denen er der SPD vorstand. Seine Amtszeit war geprägt von 2 ungeplanten Wahlkämpfen – Neuwahl Bürgermeister nach Rücktritt von Frau Gerlach (CDU) und Neuwahl Landrat nach Versetzung von Frau Bölling (ebenfalls CDU) – sowie der Landtagswahl, bei der Christina Weng ihr Mandat verteidigen konnte. Auch bei der Landratswahl konnte die SPD mit ihrem Kandidaten Ali Dogan punkten. In Bezug auf die aktuelle Lage nach der Europawahl rief Killian Schmeding dazu auf, auf allen Ebenen dafür zu kämpfen, dass nichts Schlimmeres passiert. Insbesondere Kindern und Jugendlichen müssten Arbeitsweise und Werte der Demokratie deutlicher vermittelt werden, z. B. durch ein Jugendparlament in Porta Westfalica, für das er sich schon seit Jahren einsetzt.

Als Nachfolger für Killian Schmeding wurde sein Vorgänger Karsten Donnecker vorgeschlagen und mit großer Mehrheit wiedergewählt, der das Amt gerne ausgeführt hat und auch gerne wieder ausführen wird. In seiner Rede zum Abschluss der Konferenz wagte Karsten Donnecker einen Ausblick auf das Wahljahr 2025, in dem die Kommunalwahl und die Bundestagswahl anstehen. Zum einen ist die Kommunalwahl – anders als die Europawahl – eine Personenwahl, die von Persönlichkeiten lebt, andererseits wird am gleichen Tag die Bundestagswahl stattfinden, was wiederum eine große Herausforderung darstellen wird. Aber wenn die SPD klarmacht, dass sie für eine bürgernahe Politik steht, wird sie auch bessere Ergebnisse als bei der Europawahl einfahren. Auch er unterstrich, dass man das Gespräch mit Jugendlichen und jungen Wählern suchen muss, um ihnen zu vermitteln, wie wichtig unsere Demokratie ist und dass man sich nicht von vermeintlich einfachen Lösungen täuschen lassen darf, die einem irgendwo in den sogenannten „Sozialen Medien“ vorgeschlagen werden. „Rechtsextremismus ist nicht gut – auch nicht für Porta Westfalica!“, stellte er klar. Zum Schluss rief er die Parteimitglieder dazu auf, wenn sie Lust haben für die SPD in Porta Westfalica aktiv zu werden, sich zu melden. So werden z. B. für Wahlbezirke noch Ratskandidaten gesucht. „Es ist viel zu tun, packen wir es gemeinsam an!“, rief er den Anwesenden zum Ende der Konferenz zu.

Der neue geschäftsführende Vorstand der SPD Porta Westfalica:

Vorsitzender: Karsten Donnecker
Stellvertretende Vorsitzende: Anne Kuhlmann, Jörg Achilles
Kassierer: Carsten Bulmahn
Stellvertretender Kassierer: Friedrich Schmeding
Schriftführer und Pressereferent: Thorsten Kuntemeier
Mitgliederbeauftragte: Viola von Lochow

Die Firma PreZero beabsichtigt den vorhandenen Gewerbestandort in Neesen zu erweitern. Der Betrieb soll zukunftsorientiert aufgestellt werden, was der SPD-Stadtverband nur befürworten kann, da dadurch vorhandene Arbeitsplätze gesichert oder auch neue geschaffen werden. Da aber das vorhandene Betriebsgelände nicht ausreicht, muss der Bebauungsplan an die zukünftigen Anforderungen angepasst werden. 

Der Ausschuss für Planung und Umweltschutz hat in seiner Sitzung vom 07.06.2021 die Verwaltung
aufgefordert, die Öffentlichkeit über dieses Bauvorhaben zu informieren und zu beteiligen.

Unter einer Beteiligung der Öffentlichkeit versteht der SPD-Stadtverband sowie die SPD-Mitglieder im Planungsausschuss, dass in einer Sitzung des Bezirksausschusses Neesen-Lerbeck diese neuen Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt werden, bevor es zu einer weiteren Beratung im Fachausschuss kommt. Schließlich geht es bei der baulichen Erweiterung auch um eine mögliche verkehrsbedingte Belastung der Bürgerinnen und Bürger in Neesen. Eventuell soll eine zusätzliche Zufahrt über die Straße Kloppenburg errichtet werden, um die Verkehrsströme zu entlasten. Die Straße „An der Pforte“ soll geringfügig ausgebaut werden.

Der SPD-Stadtverband und Reinhard Fromme, Mitglied im Neeser Bezirksausschuss, fragen sich, warum die immer wieder erwähnte Bürgerbeteiligung über den Bezirksausschuss nicht stattfindet. Es kann auch nicht im Sinne der Bürgermeisterin Dr. Gerlach sein, wenn über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg entschieden wird, ohne dass das neue Bauvorhaben den betroffenen Anwohnern vorgestellt worden ist.

Es ist in Porta Westfalica immer guter Brauch gewesen, dass die Bürgerinnen und Bürger durch die entsprechenden Bezirksausschüsse über bauliche Vorhaben und Veränderungen im Vorfeld informiert werden, damit mögliche Bedenken auch berücksichtigt werden können. Die Bezirksausschüsse wurden eingerichtet, um die Öffentlichkeit zu informieren und Raum für Diskussionen vor Ort zu geben, ehe es im Rat zu Entscheidungen kommt.

Daher kann der SPD-Stadtverband es nicht akzeptieren, dass die Verwaltungsleitung den BZA Neesen-Lerbeck übergeht und eine öffentliche Diskussion in Neesen zu der anstehenden Firmenerweiterung von PreZero verhindert.


Links zum Thema:

Vorlage 199/2021 (öffentlich) 06.09.2021
Änderung des Bebauungsplanes Nr. 37 „Neesen, Gewerbegebiet An der Pforte“ – Auslegungsbeschluss

Vorlage 139/2021 (öffentlich) 07.06.2021
Änderung des Bebauungsplanes Nr. 37 „Neesen, Gewerbegebiet An der Pforte“ – Aufstellungsbeschluss gem. § 2 (1) BauGB

PreZero https://prezero.de/

v.l. Birgit Härtel, Reinhard Fromme, Achim Post Foto: privat

Unterstützung für Bürgerinitiative Bigtab

Porta Westfalica: Der heimische Bundestagsabgeordnete Achim Post (SPD) hat sein Nein zu einer Neubautrasse für die ICE-Linie Bielefeld-Hannover bekräftigt. Bei einem Ortstermin in Eisbergen mit Reinhard Fromme (stellv. Vorsitzender der Bürgerinitiative Bigtab) und Birgit Härtel (Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion) wurde noch einmal deutlich, welche Einschnitte in die Landschaft Porta Westfalicas durch eine Neubautrasse zu erwarten seien.

Seit Langem gibt es in Porta Westfalica deutlichen Widerstand gegen die milliardenschweren Neubautrassenpläne des Bundesverkehrsministers.

Achim Post nahm dazu jetzt auch vor der SPD Porta Westfalica klar Stellung: „Ich favorisiere den Ausbau der bestehenden Trasse. Dies fordere ich seit vielen Jahren gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von Bielefeld bis Hannover, Bürgerinitiativen und Städten und Gemeinden in der Region. Diese Variante ist die kostengünstigste und umweltverträglichste. Deshalb bleibe ich dabei: Der Deutschlandtakt muss im Deutschen Bundestag behandelt werden. Ich habe große Zweifel, dass die von Minister Andreas Scheuer geforderte Fahrzeit von 31 Minuten zwischen Bielefeld und Hannover zwingend für den Deutschlandtakt erforderlich ist. Das geltende Bundesschienenwegeausbaugesetz und der diesem Gesetz zugrunde liegende Bundesverkehrswegeplan sehen weder eine solche Fahrtzeitverkürzung noch eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h auf der Strecke vor.“

Reinhard Fromme ergänzt: „Eine weitere Zerschneidung der gewachsenen Kulturlandschaft in Porta Westfalica und im Schaumburger Land durch eine neue ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse vorbei an Minden lehnen wir als BIGTAB kategorisch ab. Das dient nicht den Interessen der Menschen dieser Region. Wir stehen für den Ausbau der bestehenden Trasse um zwei weitere Gleise, um das Nadelöhr zwischen Minden und Seelze endlich aufzulösen.“

Birgit Härtel weiter: „Der viergleisige Ausbau der Bestandsstrecke steht seit mehr als zwanzig Jahren ganz oben auf der Forderungsliste des Kreises Minden-Lübbecke. Die gesamte Kreispolitik – mit Ausnahme der CDU in der Stadt Minden – fordert dies nach wie vor aus wirtschaftlichen, ökologischen und strukturpolitischen Gründen mit Nachdruck ein. Das gilt auch für einen ICE-Systemhalt in Minden: Dieser wäre für die gesamte Region von großer verkehrspolitischer Bedeutung.“

Achim Post abschließend: „Ich werde mich weiter entschieden für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region einsetzen. Ich fordere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer deshalb erneut auf, sich endlich selbst um ein so großes und wichtiges Infrastrukturprojekt zu kümmern. Wir brauchen kein Milliardengrab, sondern eine finanzierbare, umweltverträgliche und für die Menschen vor Ort sinnvolle Strecke. Dazu gehört auch ein ICE-Systemhalt in Minden im Deutschlandtakt, um eine bessere Erreichbarkeit unserer Region zu ermöglichen“.

Sebastian Terfloth User:Sese_Ingolstadt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Für die SPD in Porta Westfalica ist es keine große Überraschung, dass sich das Bundesverkehrsministerium nun eindeutig positioniert und die Deutsche Bahn mit der Planung einer ICE-Schnelltrasse zwischen Seelze und Brake beauftragt hat. Vielmehr sind die Portaner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten froh darüber, dass das Verkehrsministerium endlich konkrete Details zu möglichen Trassenverläufen und – vor allem – zu den möglichen Kosten geliefert hat.

Für Karsten Donnecker, Stadtverbandsvorsitzender der SPD, steht fest: „Wir bleiben bei unserer klaren Haltung, die wir zu diesem Großprojekt schon seit Jahren haben und die wir gemeinsam mit unseren Bürgermeisterkandidaten Jörg Achilles auch im Kommunalwahlkampf mehrfach deutlich gemacht haben: wir stehen bei diesem hoch umstrittenen Projekt an der Seite der betroffenen Bürgerinnen und Bürger und der bedrohten Natur. Eine weitere Zerschneidung der Kulturlandschaft in Porta Westfalica darf es nicht geben!“ 

Dabei sind die Portaner Genossinnen und Genossen keine grundsätzlichen Gegner der Bahn, im Gegenteil: „Die Bahn wird gebraucht, um das Ziel CO2-Neutralität zu erreichen und den Straßenverkehr zu entlasten. Ein gutes Angebot im Schienenverkehr ist darüber hinaus ein nicht zu unterschätzender Faktor, um die Attraktivität des ländlichen Raumes zu steigern“. Jedoch ist es aus Sicht der SPD viel wichtiger, die Pünktlichkeit der Züge signifikant zu verbessern, bevor man über milliardenschwere Prestige-Projekte nachdenkt. Ferner ist ein Ausbau der Gleiskapazitäten zwischen Minden und Hannover zwingend erforderlich, um die für eine Verkehrswende nötige Verlagerung von Gütern auf die Schiene voranzubringen.

Was das Ministerium nun vorgelegt hat, ist in der realistischsten Ausprägung ein – Stand: jetzt – mindestens 5 Milliarden Euro schweres Unterfangen mit einem Nutzen, der sich den Menschen in der Region so nicht erschließt. „Was haben Porta Westfalica, Vlotho oder das Schaumburger Land von einer ICE-Trasse, die Natur und Gemeinden zerschneidet – und gleichzeitig diese Region vom ICE-Verkehr abhängt?“, fragt sich die SPD. Denn eines ist auch klar: wenn ein ICE die Strecke Bielefeld – Hannover in 30 Minuten schaffen soll, kann er nicht mehr in Minden halten.

Die in den Entwürfen des Ministeriums vorgeschlagenen Trassenverläufe durch die Porta Westfalica bereiten den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten große Sorge. „Man muss sich das einfach mal klar machen: in zwei vom Ministerium favorisierten Trassenverläufen würde die ICE-Trasse entlang der A2 Vennebeck in 2 Hälften teilen und danach durch Veltheim, Eisbergen und Lohfeld laufen“, so Vorstandsmitglied Thorsten Kuntemeier. Von diesem gigantischen Projekt könnten laut „Mindener Tageblatt“ alleine in Porta Westfalica ca. 8.500 Menschen betroffen sein.

In jedem Fall würde eine ICE-Trasse neben erheblichen Belästigungen der Anwohnerinnen und Anwohner während einer jahrelangen Bauphase einen enormen Eingriff in die Natur bedeuten. Allein für eine „normale“ Trasse, die nicht im Tunnel oder über eine Brücke verläuft, wäre – so die Erfahrung von anderen Neubautrassenvorhaben – eine Baustellenbreite von 65 Metern zu veranschlagen, wobei nach Abschluss der Bauarbeiten eine Trassenbreite von 20 Metern übrig bleiben würde. Um einen geraden Trassenverlauf zu ermöglichen, der für die gewünschte Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h benötigt wird, wäre also eine enorme Flächenversiegelung notwendig, die auch Natur- und Wasserschutzgebiete betreffen würde. 

Die Kostenfrage treibt den Vorsitzenden der SPD Porta Westfalica auch um. Karsten Donnecker: „Es kann nicht sein, dass Milliarden für ein Projekt ausgegeben werden, nur um ein paar Minuten einzusparen, die dann an anderen, wichtigeren Stellen fehlen – wie z. B. bei der digitalen Ausstattung der Schulen.“

Die zentrale Vorgabe des Deutschlandtaktes, auf dessen Grundlage die Planungen für die Neubau-Trasse nun begonnen haben, wird von der SPD Porta Westfalica ebenfalls in Zweifel gezogen. Ein Halbstunden-Takt zwischen den deutschen Großstädten, wie ihn der Deutschlandtakt anstrebt, mag vielleicht in den Zeiten vor Corona und vor verstärkter Arbeit im Homeoffice eine gute Idee gewesen sein, um Geschäftskunden vom Flugzeug bzw. Dienstwagen zur Bahn zu locken. Aber wie viele Arbeitnehmer und Selbstständige in diesem Jahr selbst gemerkt haben, muss man nicht unbedingt in ein Auto oder einen Zug steigen, um an einem Seminar teilzunehmen oder einen Kunden zu besuchen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass sich an diesem Trend auch nach Corona etwas stark ändern wird. 

Auch auf bundespolitischer Ebene ist der Deutschlandtakt aus Sicht der SPD noch nicht in Stein gemeißelt. So erklärten die vier heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass die Ausgestaltung dieser Idee des Verkehrsministeriums bisher weder vom Bundestag beraten, noch beschlossen worden ist, was aus Sicht von Achim Post (Minden-Lübbecke), Stefan Schwartze (Herford), Dr. Wiebke Esdar (Bielefeld) und Marja-Liisa Völlers (Schaumburg) aber zwingend notwendig sei. 

Die SPD Porta Westfalica begrüßt, dass das Verkehrsministerium nach langem Schweigen nun auch damit beginnt, die Öffentlichkeit über das geplante Vorhaben zu informieren und sie daran zu beteiligen. Karsten Donnecker: „Gemeinsam mit den vier heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten werden wir für einen ergebnisoffenen und transparenten Bürgerdialog eintreten und für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Region sowie unserer Natur kämpfen! Wir brauchen kein Milliardengrab, sondern eine finanzierbare, umweltverträgliche und für die Menschen vor Ort sinnvolle Strecke.
Dazu kann nur ein Ausbau der Bestandstrecke im Bereich der jetzigen Streckenführung zwischen Minden und Hannover eine für die Region vorzuziehende Option sein.“

„Ich war begeistert von der Fünf-Etappen-Fahrt durch Porta Westfalica. Wahlkampf in diesen Tages zu machen war und ist angesichts der Corona-Pandemie nicht einfach. Mich und uns nur in den sozialen Medien zu Wort melden, dass wollten wir aber auch nicht. Um allen Generationen in unserer Stadt gerecht zu werden, haben wir uns für diese tolle Radtour entschieden. Mein Eindruck war, dass die Menschen dankbar waren, für die vielen persönlichen Gespräche. Aber auch für uns war es dankbar, entschleunigt vom Alltag und mithilfe kundiger Führer konnten wir in den einzelnen Ortsteilen auch neue Dinge entdecken, die Porta Westfalica in Summe zu dem machen was es ist. Einer schöne und lebenswerte Stadt.“

Den Schlussspurt der fünften Etappe führte die Portaner Sozialdemokraten zum Besucherbergwerk Kleinenbremen.

Erste Gespräche führten sie bei ihrem ersten Stopp bei Edeka Tebbe. Jörg Achilles kam auch hier mit vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch und hörte sich an, was die Menschen vor Ort bewegt. Weiter ging es für die roten Radler nach Nammen. „Hier zeigt es sich, wie wichtig es ist sich ehrenamtlich vor Ort zu engagieren“, lobt Jörg Achilles die Nammer Bürgerinnen und Bürger, die gegenüber der Laurentiuskapelle den Dorfladen betreiben.

Wichtige Stopps legten die Radler in Lerbeck an der Georg-Rost-Straße ein, um sich dort ein Bild über das leerstehende Hochhaus zu machen. Zuvor stoppten die Sozialdemokraten auch an der Bundesstraße 482. Hier ging es um Grohe Dal, den Erweiterungsbau und Lärmschutz. Viele gute Gespräche führten sie zu diesen Themen bei Edeka Thielking in Neesen. Jörg Achilles, aber auch Reinhard Fromme und Thomas Wehking stellten sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürgern und verteilten gerne die roten Rosen. Rainer Besser (Kleinenbremen), Joachim Rohn (Neesen/Lerbeck) und Volker Brockmeier (Neu-Lerbeck) sind die weiteren Ratskandidaten vor Ort.

Die Corona Pandemie trifft uns alle, aber einige Schutzbedürftige besonders. Unsere SeniorInnen in den Pflege- und Altenheimen. Die letzten Monate waren für viele Bewohner hart. Geliebte Menschen nicht sehen zu können, nicht mehr seinem gewohnten Alltag nach gehen zu können, weil Aktivitäten von Externen wegfallen zehrt an der Substanz.

Unserem Bürgermeisterkandidaten Jörg Achilles war es früh eine Herzensangelegenheit unsere SeniorInnen in dieser Zeit nicht alleine zu lassen. Mit seiner am Samstag gestartet Aktionsreihe „Musik auf Bestellung“ ist er diesem Wunsch gefolgt. Zusammen mit dem Solokünstler und Gitarrenlehrer Torsten Stuckenholz aus Lerbeck besucht er an zwei Wochenende die Pflege- und Altenheime in Porta Westfalica um den dortigen BewohnerInnen, mit gegebenem Sicherheitsabstand, ein bisschen Abwechselung zu verschaffen. Die Freude über die Musik war den ZuhörerInnen deutlich anzusehen. Es wurde mit geklatscht und mit gewippt.

Die Songs die Torsten vorgetragen hat waren ein bunter Mix aus alt und neu, schnell und langsam, englisch- und deutschsprachig. Am Samstag konnte er mit tatkräftiger sängerischer Unterstützung eines Bewohners und seinem Handy auch kurzfristig den Songwunsch „Über den Wolken“ von Reinhard Mey erfüllen. 

Einigen Zuhörern ist zudem schnell eine Besonderheit bei Torsten aufgefallen, er bespielt seine Gitarre mit rechts. Das sieht man nicht so häufig, muss man doch auch die Gitarre dementsprechend komplett anders beziehen.

Im Anschluss an das Konzert kam Jörg Achilles noch mit einigen BewohnerInnen ins Gespräch und versicherte allen, sich auch als Bürgermeister weiterhin für sie und ihre Belange einzusetzen.